FAQ - Haäufige Fragen zu Resilienz

Warum ist das Thema Resilienz gerade so aktuell?

Einerseits geht es den meisten Menschen in unserer Gesellschaft im Vergleich zu unseren Vorfahren sehr gut: Wir haben ein riesiges Nahrungs- und Güterangebot zur Auswahl, können unsere Freizeit vielfältig gestalten, haben Technik, die uns das Leben erleichtert, können zu jeglicher Tages- oder Nachtzeit rund um die Erde kommunizieren und auch fast überall hinreisen. Doch genau diese Lebensumstände verlangen uns auch einiges ab: War die Konkurrenz früher lokal, ist sie jetzt international. Durch den immer rasanteren technischen Fortschritt verändern sich die Arbeitsbedingungen permanent und erfordern eine immer schnellere Anpassung. Aus dem riesigen Angebot müssen wir für uns immer wieder das passende auswählen. Dafür werden wir ständig mit Werbung und Informationen überschüttet. Nachrichten erreichen uns nahezu in Echtzeit aus der ganzen Welt. Die Kommunikation mit Freunden findet heute via WhatsApp und Facebook viel häufiger, aber auch kürzer und oberflächlicher statt. „Immer schneller, immer mehr“ scheint das Motto unserer Zeit zu sein. Unser Gehirn und unsere Psyche wird unter diesen Umständen ganz anders gefordert als früher – und leider oft auch überfordert. Wir müssen lernen, uns auf die neuen Bedingungen einzustellen und mit diesen Herausforderungen umzugehen.


Resilienz trainieren und entwickeln - geht das überhaupt?

Die Resilienzforschung geht davon aus, dass Resilienz nicht angeboren ist. Dies bedeutet, Resilienz beruht auf bestimmten Fähigkeiten und Kompetenzen. Fähigkeiten lassen sich trainieren. Dies zeigen auch die Erkenntnisse der Gehirnforschung zur Neuroplastizität. Sie besagt, dass unser Gehirn grundsätzlich lebenslang die Fähigkeit besitzt, sich zu verändern. Wer eine Fähigkeit erlernen will – sei es eine Sportart, ein Musikinstrument oder eine eben persönliche Fähigkeit - braucht dafür grundsätzlich Motivation, Methodenwissen und Übung. Die Motivation etwas zu ändern, ist bei Menschen in einer Krisensituation meist gegeben. Viele wissen aber nicht, was ihnen helfen kann. Das Resilienz-Konzept bietet hier Ansatzpunkte. In Resilienz-Seminaren kann Resilienz erlernt werden. Dort werden Methoden vermittelt, die helfen, mit Schwierigkeiten oder Krisen besser zu Recht zu kommen. Resilienz-Coachings bieten eine individuelle Begleitung in einer Krisensituation.


Gibt es auch Kritik am Resilienz-Konzept?

 Ja, immer wieder wird auch Kritik an dem sehr populär gewordenen Resilienz-Konzept geübt:

 

Eine Gefahr wird darin gesehen, dass Menschen sich durch das Resilienz-Konzept mit schwierigen Situationen eher abfinden und sich anpassen, statt die Ursachen der Probleme zu beseitigen. Hier ist jedoch festzustellen, dass die Resilienz-Faktoren eher das Gegenteil erfordern. Bei dem Resilienz-Faktor Akzeptanz, geht es lediglich darum, das anzunehmen, was sich aktuell nicht ändern lässt, weil es den Tatsachen entspricht. Damit ist nicht gemeint, passiv alles hinzunehmen, sondern die Fakten anzuerkennen. Die ergänzenden Resilienz-Faktoren Selbstwirksamkeit, Verantwortung übernehmen und die Opferrolle verlassen sowie Lösungsorientierung weisen ganz eindeutig darauf hin, dass Resilienz Aktivität statt Passivität erfordert.

 

Ein zweiter Kritikpunkt bezieht sich auf die Grenzen von Resilienz. Auch Menschen, die grundsätzlich sehr resilient sind, können mit Lebenssituationen konfrontiert sein, die ihre Kräfte übersteigen. Dies lässt sich nicht bestreiten. Resilienz ist kein Allheilmittel. Dennoch kann das Resilienz-Konzept vielen Menschen, die sich mit Schwierigkeiten und Krisen konfrontiert sehen, unterstützen. Das Resilienz-Konzept bietet Anregungen, um sich mit der eigenen Situation auseinanderzusetzen, sie zu reflektieren und so vielleicht neue Sichtweisen zu entwickeln oder Ressourcen zu nutzen und dann aktiv zu werden, um etwas an den Belastungen zu verändern.


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