Und sie bewegt sich doch - warum unsere Welt immer besser wird

Tagtäglich sind die Nachrichten voller Schreckensmeldungen: Terroranschläge, Amokläufe, Flüchtlingskrise, Krieg, Naturkatastrophen, Überbevölkerung, Umweltverschmutzung oder Epidemien sind ständig in den Medien. So entsteht der Eindruck, den Menschen und der Erde ginge es immer schlechter. 

 

Doch das Bild ist falsch. Denn über die langfristig verlaufenden positiven Entwicklungen wird in den Nachrichten kaum berichtet. Nun gibt es eine Gegenbewegung: die rationalen Optimisten. Einer von ihnen ist Max Roser, ein gebürtiger Pfälzer aus Kirchheimbolanden, derzeit Wissenschaftler an der Elite-Universität Oxford. Er hat sich auf die Fahne geschrieben, ganz bewusst die guten Nachrichten über unsere Erde zu publizieren.

 

Auf seiner Website (https://ourworldindata.org/) veröffentlicht er Zahlen, die belegen, dass es der Welt und der Menschheit immer besser geht. Denn obwohl natürlich längst noch nicht alle Probleme gelöst sind, zeigen viele Maßnahmen gegen Hunger, Armut und Krankheit ihre Wirkung. Hier einige Beispiele:

 

Rückgang der Armut:

Vor 200 Jahren lebte die Mehrheit der Menschheit in Armut. Nur eine kleine Elite der Erdbevölkerung verfügte über einen hohen Lebensstandard. Selbst im Jahr 1981 lebten noch mehr als 50 % der Weltbevölkerung in absoluter Armut. Im Jahr 2015 waren es aber nur noch 14 %. Die UN hatte 1990 in ihren Millennium-Entwicklungszielen die Halbierung der Zahl der Menschen, die in absoluter Armut leben bis 2015 gesetzt. Dieses Ziel wurde bereits 5 Jahre früher im Jahr 2010 erreicht. (Quelle: https://ourworldindata.org/world-poverty/)

 

Rückgang der Kindersterblichkeit:

Während im 19. Jahrhundert in Deutschland noch jedes 2. Kind starb, liegt inzwischen die Kindersterblichkeit hierzulande bei unter einem Prozent. Global sank die Kindersterblichkeit von 18,2 % im Jahr 1960 auf 4,3 % im Jahr 2015. (Quelle: https://ourworldindata.org/child-mortality/)

 

Bekämpfung des Hungers:

Auch wenn das Millenniums-Entwicklungsziel der UN, den Anteil der Menschen, die Hunger leiden, um die Hälfte zu reduzieren, noch nicht ganz erreicht wurde, zeigen sich auch hier große Fortschritte: So sank der Anteil der untergewichtigen Kinder unter fünf Jahren im Jahr 2014 um 39 % gegenüber 1990. Der Anteil der unterernährten Menschen in den Entwicklungsregionen lag 1990 noch bei 23,6 %, im Jahr 2013 lag der Anteil noch bei 14,4 %. (Quelle: Millenniums-Entwicklungsziele 2014, Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit)

 

Bessere Trinkwasserversorgung:

Zwischen 1990 und 2012 erhielten 2,3 Mrd. Menschen einen Zugang zu einer verbesserten Trinkwasserversorgung. Damit lag der Anteil der Erdbevölkerung mit Zugang zu Trinkwasser im Jahr 2012 bei 89 % der Weltbevölkerung. Im Jahr 1990 lag dieser Anteil erst bei 76 %. Ebenso hat seit 1990 mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung Zugang zu verbesserten sanitären Einrichtungen erhalten. (Quelle: Millenniums-Entwicklungsziele 2014, Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit)

 

Gerade in schwierigen Zeiten braucht es Resilienz, die Fähigkeit Krisen zu meistern. Resilienz erfordert Zuversicht und Optimismus. Richten wir daher unsere Aufmerksamkeit auch darauf, was alles in den letzten Jahrzehnten besser wurde. Trotz der vielen Herausforderungen, die unsere Zeit mit sich bringt, geht es uns im Vergleich zu früheren Generationen deutlich besser. Wir verfügen über mehr Sicherheit, Gesundheit, Komfort und Handlungsmöglichkeiten. Vielleicht entkommen wir so der „German Angst“.  Optimist zu sein, bedeutet nicht, die Augen vor den Problemen zu verschließen, sondern ganz bewusst auch Fortschritte und Verbesserungen wahrzunehmen und weiter darauf hin zu arbeiten.

 

Autorin: Petra Weber, solutio plus Coachingzentrum Heidelberg, Juli 2016